Hypnosetherapie einfach erklärt

Hinweis

Alle Aussagen hier sind stark vereinfacht dargestellt. Sie sollen Ihnen ein Modell der Hypnosetherapie an die Hand geben um sich ein Bild zu machen ob und welche Art der Hypnose für Sie hilfreich sein kann. Eine individuelle Beratung ist in jedem Fall ratsam.

Zusammenfassung

  • Hypnose ist ein natürlicher Entspannungszustand
  • Fast jeder Mensch kann diesen erreichen*
  • Für jeden gibt es eine geeignete Hypnoseart*
  • Die Veränderung tritt i.d.R. schnell ein*
  • Die Wirkung der Hypnosetherapie ist wissenschaftlich belegt und anerkannt

Einführung in die Hypnosetherapie

Die Hypnosetherapie ist ein von der Bundesrepublik Deutschland seit 2006 zugelassenes Psychotherapieverfahren, das vorwiegend von Ärzten, Psychotherapeuten und Heilpraktikern angewendet wird. Für die Behandlung der meisten Probleme (z.B. Ängste) ist eine Heilerlaubnis vorgeschrieben (siehe Unterschiede zwischen der Hypnose und Hypnosetherapie). Die Wurzeln der modernen Hypnosetherapie gehen auf Milton H. Erickson zurück, der die heute übliche Gesprächshypnose um 1930 entwickelte. Diese unterscheidet sich grundlegend von der bis dahin üblichen Suggestionshypnose (siehe Hypnosearten).

Ihre innere Welt entscheidet

Kennen Sie das: ein Mensch in Ihrer Umgebung empfindet eine Situation, die für Sie unangenehm ist, als angenehm? Probleme - egal ob Ängste, unangenehme Gefühle oder Verhaltensweisen wie das Rauchen oder zu viel Essen - haben ihren Ursprung in Ihnen. Genau an diesem Punkt setzt die Hypnosetherapie an und hilft Ihnen im ersten Schritt die Ursache für Ihr Problem und im zweiten Schritt eine Lösung zu finden.

Bewusste (rationale) und die unbewusste (emotionale) Ebene

Ziel der Hypnosetherapie ist es Ihr Bewusstes und Unbewusstes an einem Strang ziehen zu lassen. Alles was wir jemals erlebten - positiv wie negativ - ist in uns gespeichert und beeinflusst uns. Deshalb reicht es nicht etwas erreichen zu wollen. Oder zu wissen wo etwas herkommt. Es ist wichtig die Steine in Ihnen aus dem Weg zu räumen. Nicht selten waren es hinderliche Gefühle, Denk- oder Verhaltensweisen die durch Neue ersetzt werden mussten (siehe Hypnosearten). Damit der Weg frei und leicht zu gehen ist.

Wirkungsweise der Hypnosetherapie

Hypnosetherapie ist keine Glückssache. Sie nutzt nutzt klar definierte Sprachmuster um Ihren Bewusstseinszustand anzupassen. Sie zu "entspannen". In diesem Zustand haben Sie einen leichteren Zugang zu Ihren Erinnerungen und Vorstellungen. Und können damit hinderliche Gefühle, Denk- und Verhaltensweisen verändern. Die Hypnosetherapie ist ein Hilfsmittel um Ihrem Gehirn neue Gedächtnisinhalte über das positivere (Wieder)erleben, die Vorstellungskraft oder die reine Suggestion (Sprache) zu vermitteln und dauerhaft abzuspeichern (siehe Hypnosearten oder auf der Unterseite zu Ihrem Thema). Genutzt werden solche Methoden schon lange in psychiatrischen Kliniken, Praxen oder mittlerweile auch im Berufsalltag von Coaches.

Unterschied zur Hypnose

Die Hypnosetherapie umfasst Werkzeuge zur Linderung, Heilung oder Veränderung. In Deutschland dürfen psychische Probleme (Ängste, körperliche Beschwerden,...) nur von Therapeuten mit einer Heilerlaubnis (z.B. Ärzte, Psychotherapeuten und Heilpraktiker) behandelt werden. Entsprechend finden Sie dort die Hypnosetherapie. Hypnotiseure (ohne Heilerlaubnis) - oftmals auch Coach genannt - dürfen hingegen nur Alltagsthemen ohne Therapiewert wie die Entspannung oder Gewichtsreduktion durchführen. Die Werkzeuge können ähnlich sein. Was alles unter psychische Störungen fällt finden Sie in der ICD-10 (Internationale Klassifizierung von Krankheiten).

Hypnosearten

Begriffe wie klinische, tiefenpsychologische oder Heilhypnose klingen toll, bedeuten aber trotzdem dasselbe - alle Hypnosetherapeuten "kochen auch nur mit Wasser" bzw. nutzen Sprache. Manche temperieren das Wasser jedoch genau so, dass es Sie stark genug erwärmt und trotzdem nicht verbrennt. Das trennt wie so oft im Leben die Spreu vom Weizen. I.d.R. werden diese Begriffe als Synonym für die Hypnosetherapie verwendet. Die Hypnosearten gehen teilweise ineinander über und werden in den Anwendungsbereichen zu Ihrem Thema mit Fallbeispielen genauer erläutert.

Showhypnose

Es ist schon verblüffend, wenn Menschen auf der Bühne zum Huhn werden oder steif wie ein Brett auf zwei Stühlen liegen. All dies hat jedoch nichts mit der Hypnosetherapie zu tun. Für die Showhypnose werden geeignete Personen ausgesucht. Diese sind gut beeinflussbar (suggestibel) um sie schnell in tiefe Entspannungszustände zu führen. Auch hier gilt: die Menschen müssen es zulassen (wollen). Für die therapeutische Hypnose reichen leichte Entspannungszustände aus, um die gewünschten Veränderungen in Gang zu setzen. Sie behalten die volle Kontrolle und erreichen Ihr Ziel genauso gut (siehe Fragen vor der Hypnose).

klassische, klinische, analytische, tiefenpsychologische oder Heilhypnose

Namen gibt es viele, sie bedeuten aber das selbe. Diese Hypnoseart sucht die Ursache für Ihr Problem. Sie nutzt sogenannte Regressionstechniken um Sie durch Ihr Leben bis in die Situation oder Zeit zurückzuführen in der die Ursache für ein Hindernis liegt. Sie erleben diese Situation noch einmal möglichst real. Der Hypnosetherapeut hilft Ihnen mit anderen Sichtweisen diese Situation neu zu betrachten und die einschränkenden Wahrnehmungen durch Positivere zu ersetzen. Ihr Unterbewusstsein speichert diese ab, sodass die Symptome (z.B. Ängste) sich dadurch lindern bzw. ganz auflösen können. Aber Achtung: nicht jedes Problem hat eine traumatische Ursache. Oftmals sind es angeborene oder erlernte Sicht- oder Verhaltensweisen für die z.B. die verhaltenstherapeutische Hypnose besser geeignet ist.

verhaltenstherapeutische Hypnose

Aus dem NLP (Neuro-Linguistischem Programmieren) stammend vereint sie Werkzeuge, die Sie während der Hypnose bewusst anwenden können. Alles was in uns passiert ist durch geeignete Techniken veränderbar. Dies betrifft sowohl die Erinnerungen als auch die Vorstellungen sowie das Denken und Fühlen. Die Wissenschaft hatte herausgefunden, dass das was Sie sich vorstellen eine ähnlich starke Wirkung hat wie das was Sie real erleben. Lediglich die Intensität kann je nach Vorstellungskraft variieren. Es schafft im Kopf die selben neurophysiologischen Bahnen, die darüber entscheiden wie Sie wahrnehmen und handeln. Sollten Sie z.B. Ängste haben für die es keine konkrete Ursache gibt lassen sich auch diese durch die bewusste Vorstellungsarbeit verändern. Auf diese Weise lernt sowohl Ihr Bewusstes als auch Ihr Unbewusstes mit den Situationen aus angenehmen Gedanken und Gefühlen umzugehen. Diese Hypnoseart ist auch für Menschen geeignet die nicht gut loslassen können bzw. starke Kopfmenschen sind.

Suggestions- und Gesprächshypnose

Basiert auf einer gewissen Offenheit (Suggestibilität) und möglichst tiefem Entspannungszustand. Meist wird über direkte Anweisungen (Suggestionen) oder erzählte Geschichten (Gespräch) dem Unbewussten eine Alternative zu bestimmten Problemen oder Verhaltensweisen geboten. Die Wirkung ist sehr stark vom Loslassen des Kunden (und Können des Hypnosetherapeuten) abhängig. Diese Art der Hypnose finden Sie oftmals bei Gruppenhypnosen. Der Nachteil hierbei ist dass manchmal keine Ursachenauflösung sondern "Symptomkosmetik" stattfindet und die Probleme später wieder auftauchen (können).

Hypnosetherapie bei mir

Ich nutze in der Regel eine Kombination aus der analytischen, verhaltenstherapeutischen und Suggestionshypnose. Meine Wahl hängt von Ihren individuellen Voraussetzungen (z.B. ob es ein Traumata gibt, wie gut Ihre Vorstellungskraft ist,...) und Ihrem Thema ab. Das genaue Vorgehen entnehmen Sie bitte Ihrem jeweiligen Thema in den Anwendungsbereichen und Ihrer individuellen Beratung.

Wissenschaftliche Studien belegen Wirksamkeit

Prof. Dr. Dirk Revenstorf (von der Universität Tübingen) konnte die Wirksamkeit der Hypnosetherapie belegen. Auf seine Studien hin wurde die Hypnosetherapie vom Beirat Psychotherapie 2006 als Psychotherapieverfahren von der Bundesrepublik Deutschland anerkannt.